Ich habe ein Verhältnis - Oldtimer, das schönste Hobby der Welt

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Ich habe ein Verhältnis

Über mich



Ja, Sie haben richtig gelesen, ich habe ein Verhältnis. Genau genommen sogar mehere gleichzeitig und das schönste an der Sache ist es, dass meine Frau das alles toleriert und mich sogar bei den verschiedenen Aktivitäten unterstützt. Meine Freunde und Bekannten wissen es und sprechen offen darüber. Und ich will nun auch etwas darüber schreiben.

Meine erste große Liebe war schon vor über 30 Jahren ein Ford A Tudor von 1930, den ein Freund aus Portugal mitgebracht hat und an mich verkaufte. Es dauerte zwar einige Zeit bis wir uns kennen lernten, aber Liebe auf den ersten Blick ist eine gute Voraussetzung für so manchen Rückschlag. Ehrlich gesagt meine neue Lady ( So nannte Henry Ford schon sein A-Modell) hatte auch einige Schönheitsfehler, nicht nur in Ihrem Erscheinungsbild, sondern auch in ihrem Inneren. Liebe macht einen bekanntlich ja zu allem fähig, und so lernte ich und lernte ich, habe mich bei Männern mit Erfahrung schlau gemacht, denn ich wollte alles über mein Schätzchen wissen. Ich wollte Ihr auch helfen können, wenn es ihr mal schlecht ging oder wenn sie mal nicht wollte. So wurde unser Verhältnis immer inniger, bis sie mir scheinbar den Oldtimer-Virus eingeimpft hat.

Die Folge war die Suche nach einer Schwester, nach einem Ford A Roadster de Lux. Wie so oft im Leben, so war es auch hier – wer suchet, der findet. Das Problem war nur, sie wohnte in Amerika und ich kannte sie nur von Bildern. Sie gefiel mir aber so gut, dass ich zu einem Risiko bereit war, ich habe sie blind gekauft. Wer die Sehnsucht kennt versteht mich, ich wollte so schnell wie Möglich die „Neue" zu Hause haben. Ich hatte Glück, denn der Eigentümer war Pilot und bekam von seiner Gesellschaft einen Sonderpreis für den Atlantikflug, den haben wir uns dann auch noch geteilt, denn geteiltes Leid ist halbes Leid. Junge, Junge was war ich nervös, als ich in Frankfurt auf dem Flughafen zum ersten mal die „Neue"gesehen habe. Nach einer ersten Besichtigung war ich mit meiner Entscheidung zufrieden und glücklich, also lud ich die neue Lady auf meinen Anhänger und ab ging es nach Hause. Angeblich brauchte sie nur ein neues Farbenkleid, aber als ich Sie genauer untersuchte wurde mir übel, ich hatte die Katze im Sack gekauft, denn der ganze Hilfsrahmen, der die Karosserie trägt war morsch und teilweise mit Glasfaser geflickt. Mit so etwas leben wollte ich nicht – außen hui und innen pfui – ist nicht mein Ding. Also habe ich die Karosse ganz zerlegt und auf ein neues Fundament gestellt, dabei wurde noch so manche Wunde unter der Grundierung entdeckt. Am 2. Weihnachtstag hat es mich in meine Werkstatt gezogen und ich fing an, denn am 1 Mai, also in 4 Monaten wollte ich mein neues Goldstück auf einem Ford Treffen in Hannoversch Münden präsentieren. Was ich alles in dieser Zeit gemacht habe um meine Traum-Lady in eine TOP-Lady zu verwandeln würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen. Eins ist aber wichtig, sie war in voller Schönheit am 1. Mai zur 1. Ausfahrt fertig und das war vor über 30 Jahren. Die Liebe ist bis heute geblieben und sie ist für mich immer noch die schönste Lady und ich glaube das ist sie auch für manch anderes Männerherz, denn wenn ich manchmal so die Blicke der Betrachter sehe, dann sehe ich den Glanz in Ihren Augen.

In den vergangenen 30 Jahren habe ich so manchen Seitensprung gemacht, die mich aber alle nicht so begeistern konnten wie meine Ladys. Alte Liebe rostet eben nicht, oder doch ? Nun ja, wenn alles gut gepflegt wird, so bleibt die Schönheit lange erhalten und erfreut unser Herz.

In den Herzen der Menschen ist immer der Hang zur Sehnsucht und in den Herzen der Oldtimerleute ist das nicht anders. So wuchs auch in mir die Sehnsucht nach einem neuen Verhältnis. Es sollte drei Eigenschaften haben und zwar schnell und schön, es sollte viel Leistung mitbringen und möglichst makellos sein. Auf einer solchen Suche stellte ich schnell fest, dass es kaum eine makellose Schönheit meiner Träume gab. Doch dann kam der Tag X, ich hatte mich an einer Tankstelle mit dem Verkäufer verabredet, und dann kam er um die Ecke, als ich ihn sah, wusste ich sofort, das ist deine neue Liebe. So kam es dann auch, der Wagen entsprach meinen Vorstellungen und so stand er 3 Tage später in unserer Garage. Zwei Monate später wollte ich ihn auf einer großen Reise testen und so ging es auf ging es auf die Reise durch Norwegen und er hat gehalten was er versprochen hatte.

Tief in meinem Inneren schlummerte aber schon seit fast 20 Jahren der Wunsch, einmal einen Ford A Speedster zu besitzen, ich hatte so etwas in Argentinien gesehen und Juan Manuel Fangio hatte seine ersten motorsportlichen Aktivitäten auf einem Ford A Speedster begonnen. Da ich aber nie ein solches Auto kaufen konnte entschloss ich mich, mir einen Speedster nach altem Muster zu bauen. Gesagt getan, wenn es auch nicht so einfach war, so hat es mir aber riesigen Spaß gemacht. Er ist nun mein jüngstes Verhältnis und es ist besonders innig, weil es ein Stück von mir ist und ich freue mich jedes mal, wenn wir uns sehen. Besonders groß ist natürlich die Freude, wenn wir gemeinsam unterwegs sind, denn ein Auto gehört auf die Straße und nicht in die Garage.

Nun wissen Sie welches Verhältnis ich mit wem habe, es sind meine Oldtimer


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