Chronik einer Trophy - Oldtimer, das schönste Hobby der Welt

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Chronik einer Trophy

Eifelring

Chronik einer Trophy


Auf dem nebenstehenden Bild können Sie mich sehen.
Ich bin der Ehrenpreis der Stadt Nideggen für den Sieger des Eifelrennens 1926. Damals war ich natürlich noch wunderschön und heiß begehrt. Der Bürgermeister der Stadt Nideggen hat mich damals dem Sieger Gustav Münz aus Düren überreicht. Gustav Münz war sehr stolz auf mich und gab mir zu Hause einen Ehrenplatz unter seinen vielen Pokalen und Ehrenpreisen, die er im Motorsport gewonnen hat.
Er hat mich viele Jahre gehegt und gepflegt. Nach dem Tod von Gustav Münz war ich nicht mehr so wichtig und stand als unnützes Teil mal in der einen Ecke und mal in der anderen, dann landete ich im Keller und letztendlich auf dem Sperrmüll.

Aber dann kam mein Lebensretter, Herr Dieter Hasse, er sah mich und nahm mich mit nach Hause, so wurde mir der Weg in die Schrottpresse erspart. Viele Jahre hatte ich einen Ehrenplatz in seiner Wohnung, dann wurde ich aber umfunktioniert, man nahm mir meinen Deckel ab und so wurde ich zum Blumentopf. Was mit meinem Deckel passiert ist weiß ich nicht mehr genau, ich weiß nur noch, dass ich mit Herrn Hasse in die Eifel umgezogen bin und dann hat er mich an einen Freund, Herrn   ....Peters in der Nähe von Mönchengladbach verschenkt. Hier habe ich weiterhin das Leben eines Blumentopfes geführt und ich habe mich auch in der wohnlichen Umgebung wohlgefühlt. Doch dann landete ich eines Tages in einem Kellerregal, ich war eben durch meine bewegtes Leben nicht mehr so wunderschön und heiß begehrt, ich war alt, verbeult und ungepflegt, nun ja dachte ich mir, das ist eben der Lauf des Lebens. Ich war aber auch froh, dass ich nicht auf dem Schrottplatz gelandet bin und im Keller überleben konnte – im stillen hoffte ich auch immer noch auf einen besseres Leben und einen schönen wohlverdienten Lebensabend.
So vergingen mehr als 10 Jahre und ich war schon über 80 Jahre alt. Doch dann geschah es, Herr Peters holte mich aus dem Keller und erzählte mir, das er am nächsten Tag Besuch bekommt, der mich gerne sehen würde. Da war ich natürlich sehr gespannt. Dann war es soweit Heinz Haubrich kam und freute sich riesig, mich zu sehen und als Herr Peters ihm sagte, dass er mich gerne als neuer Besitzer mit nach Hause nehmen kann war die Freude groß. Dann sagte Herr Haubrich uns, dass er noch eine große Überraschung für uns hat. Er ging zu seinem Auto und kam mit einer Plastiktüte zurück. Und was war in der Tüte – mein seit Jahren verschollener Deckel, wenn ich gekonnt hätte, so hätte ich vor Freude geweint. Ich war glücklich, dass ich endlich wieder komplett war und wollte nun wissen, wie es meinem Deckel zwischenzeitlich ergangen ist. Ganz genau konnte er sich auch nicht mehr an sein Leben erinnern, aber er wusste, dass er die letzten Jahre bei Herrn Christian Dohmen erlebt hat. Hier hatte er es gut, er lag nicht im Keller sondern schmückte als Wandschmuck das Wohnzimmer der Eheleute Dohmen. Der Deckel hatte für Frau Dohmen noch eine besondere Bedeutung, denn beide hatten das Geburtsjahr 1926 gemeinsam. Herr Dohmen hatte ein Herz für Automobile und was so damit zu tun hat, er war gelernter Automechaniker und hat 37 Jahr lang die rassigen Sportwagen eines Dürener Industriellen gepflegt. Diesen Umständen ist es wohl zu verdanken, daß mein Deckel überlebt hat. Dann erzählte mir mein Deckel, dass er zwischenzeitlichchch auch ein schönes Erlebnis hatte. 1997 veranstaltete der ADAC unter seinem damaligen Präsidenten, Herrn Flimm die Jubiläumsveranstaltung „ 75 Jahre Eifelrennen" ( Rallyelley für Oldtimer). Für den Festabend und die Siegerehrung in einem festlich geschmückten Zelt in Nideggen war mein Deckel Ehrengast und viel bewundert.

Nun im hohen Alter habe ich mit meinem Deckel einen Ehrenplatz im Büro von Heinz Haubrich und zwar neben einem Ehrenpokal des Eifelrennens von 1924 , der noch zwei Jahre älter ist als ich.





 
 
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